Mario Matthes: NPD-Kamerad und Mainzer Geschichtsstudent
Der aus Otterstadt bei Speyer stammende Mario Matthes ist schon seit frühester Jugend in der NS-Szene aktiv. Bilder zeigen ihn z.B. im Alter von 15 Jahren bei einer Demonstration der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN) 1999 in Mannheim.
Die JN verließ er zusammen mit anderen Neonazis, um die heute inaktive völkische Gruppe Bewegung Deutsche Volksgemeinschaft (BDVG) zu gründen. Matthes war unter anderem Vorsitzender der BDVG-Jugendorganisation Junge Deutsche. Außerdem leitete er den Freundeskreis Rhein-Neckar, eine Neonazi-Gruppe, die Teil des Aktionsbüros Rhein-Neckar (ABRN) war. Im ABRN sind so genannte Freie Kameradschaften und andere nicht parteigebundene NS-Gruppen zusammengeschlossen. Es galt bis vor kurzem als eine der aktivsten Neonazi-Strukturen in der Bundesrepublik.

Vor etwa zwei Jahren zog Matthes nach Mainz. Er begann ein Studium an der Uni. Diese verließ er jedoch für einige Zeit, nachdem er von Unbekannten als Neonazi geoutet worden war. Seit einiger Zeit studiert er jedoch wieder Philosophie und Geschichte an der Uni.
Er ist Vorsitzender des Kreisverbandes Mainz-Bingen der NPD, der er zwischenzeitlich wieder beigetreten ist. Im Rahmen eines Bündnisses der Freien Kameradschaften mit der NPD kandidierte er auf Platz 8 der NPD-Liste zur Landtagswahl 2006. Bis vor wenigen Wochen war er zudem Mitglied des Vorstandes des NPD-Landesverbandes.
Neben seinen Aktivitäten in der NPD leitet er auch die lokale Kameradschaft, die auf einer von ihm angemeldeten Internet-Seite unter dem Namen Nationale Sozialisten Mainz-Bingen firmiert. Matthes tritt häufig als Redner bei neonazistischen Aufmärschen auf.