Veranstaltungsreihe IRAN-ISLAM-EUROPA

Nächste Woche veranstaltet das AStA-Referat für politische Bildung in Kooperation mit DIA (Verein für Kultur und Migration e.V.) und dem Internationalen Komitee gegen Hinrichtung und Steinigung einige Vorträge und Diskussionen zu den Themen Frauenrechte, iranische Innen- und Außenpolitik, sowie muslimische Migrant_innen in Deutschland und Europa.


Montag 17.11. // 19 Uhr // Hörsaal P11 (Philosophicum)
Vortrag & Filmvorführung

Die Stellung der Frau im Gottesstaat Iran
Mehrere Dutzend Peitschenhiebe im Teheraner Sittengericht für den Besuch einer Party,
gestürmt von einer Miliz aus freiwilligen Religionswächtern. Vergehen: „unsittliche Beziehungen, Kontakte mit jungen Männern, die nicht zu ihrer Familie gehören“. Nur ein Beispiel für das Schicksal der Frauen heute, 29 Jahre nach der islamischen Revolution
im Iran.
Gibt es universelle Rechte für alle Menschen? Oder gibt es nur kulturrelativistische Rechte, deren Vertreter aus Bequemlichkeit oder Pragmatismus bzw. politischem Interesse
die Augen vor den vielen Grausamkeiten im Iran oder andernorts verschließen? Nasrin Amirsedghi wird zunächst in die Thematik einführen. Anschließend (ca. 19.45h) zeigen wir das Film-Porträt der Künstlerin Fateme Gosheh „Dans under vita lakan“ („Dance below white sheets“ – 48 min, Regie: Isa Vandi). Die anwesende Künstlerin wird uns ihre Arbeit präsentieren (in englischer Sprache). Danach soll noch genügend Zeit für Fragen und Diskussion sein.

 

Mittwoch 19.11. // 20 Uhr // Hörsaal RW2 (ReWi-Gebäude)
Vortrag

Von Appeasement bis Konfrontation: Die Islamische Republik Iran als
totalitärer Staat im Nahen Osten
Wahied Wahdat-Hagh wird die Kriterien des totalitären Staates darlegen und erklären, warum er im Iran die Dritte Spielart des Totalitarismus sieht. Im Zuge dessen wird auf die zerschlagene Opposition einerseits und auf die Lage der Frauen- und Studierendenbewegung,
sowie die Lage der Jugend und von Minderheiten eingegangen.
Stephan Grigat wird die Gefahr der Aufstockung des iranischen Vernichtungsarsenals mit Nuklearwaffen und die Notwendigkeit einer entschiedenen Intervention beleuchten.
Die Feindbestimmung des Khomeinismus ähnelt jener des Nationalsozialismus mit seinem Hass auf Bolschewismus, westliche ‘Plutokratie‘ und Judentum. Das Ziel des iranischen Regimes ist eine formierte Gesellschaft, die bereitwillig auf individuelle Freiheit und ökonomischen Wohlstand verzichten soll, um dem Ziel der Einigung der islamischen Umma und der Vernichtung des jüdischen Staates zu dienen. Die Brandrede
Ahmadinejads auf der Konferenz „The World without Zionism“ im Oktober 2005, in der er die Auslöschung Israels forderte, war nur ein Ausdruck davon.
Dieser Politik wird gerade in den postnazistischen Gesellschaften nicht nur durch Appeasement
begegnet, sondern zusehends mit offener Kollaboration, wie sie sich etwa in dem geplanten österreichischen 22 Milliarden Euro-Deal mit den Mullahs oder den hervorragenden Beziehungen von deutscher Politik und Wirtschaft zum Iran manifestiert.

 

Donnerstag 20.11. // 20 Uhr // Hörsaal P 204
Podiumsdiskussion

Islam in Deutschland und Europa:
zwischen „Multikulti“ und Aufklärung?
Wie ist die Situation von Migrant_innen aus muslimischen Ländern, z.B. dem Iran, in Deutschland? Was hat das mit der immer wieder auftauchenden Ehrenmord-Problematik
und der Diskussion ums Kopftuch zu tun? Taugen „Multikulti“-Konzepte zur Integration
und zum Zusammenleben in Deutschland und Europa? Was bedeutet interkultureller
Austausch? Können wir uns auf universelle Werte einigen?
Diese und weitere Fragen sollen von Klaus Blees, Alex Feuerherdt und Mina Ahadi erörtert
werden, sowie anschließend mit dem Publikum diskutiert werden.
Moderation: Vertreter der AStA-Referate für Politische Bildung und Ausländer_innen
Alle Veranstaltungen finden auf dem Campus der Uni Mainz statt
(P1 / P11 - Jakob-Welder-Weg 18 // RW2 - Jakob-Welder-Weg 9).
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Montag 17.11. - Freitag 21.11. // Vorraum Hörsaal P1 (Philosophicum)
Ausstellung

Iran heute:
Kampf für Freiheit und Gleichheit!
Fotoausstellung des „Internationalen Komitees gegen Hinrichtung und Steinigung“ über Opfer der iranischen Diktatur und die Lage der Opposition, insbesondere der Frauen-und Studierendenbewegung.

 

Die Referent_innen:

Stephan Grigat:
Politikwissenschaftler an der Universität Wien. Mitinitiator der Kampagne “STOB THE BOMB”. Assoziiert bei „Café Critique“. Herausgeber (mit Simone Dinah Hartmann) von “Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer” (Studienverlag 2008). Weitere Veröffentlichungen: “Fetisch und Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus” und „Feindaufklärung und Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus“ (ça ira-Verlag )

Wahied Wahdat-Hagh:
Wissenschaftlicher Mitarbeiter von „European Foundation for Democracy“, früher Wissenschaftlicher
Mitarbeiter von Memri (Middle East Media Research Institute). Publiziert regelmäßig zur Bedrohung durch den Iran und die Verletzung der Menschen- und Minderheitenrechte. Berät Akteure aus Medien und Politik.

Mina Ahadi:
Exil-iranische Frauenrechtlerin und politische Aktivistin, die sich für Menschenrechte und negative
Glaubensfreiheit einsetzt. Gründungsmitglied und Vorsitzende des „Zentralrats der Ex-Muslime“,
lebt seit 1996 in Deutschland. Autobiografie „Ich habe abgeschworen“.

Nasrin Amirsedghi:
Deutsch-persische Publizistin zu den Themen Antisemitismus, Islam (Menschen- und Frauenrechte),
iranische Politik sowie Multikulturalität in Europa. Vorsitzende des Vereins „DIA - Verein für Kultur und Migration e.V.“ Mainz

Fateme Gosheh:
Exil-iranische Künstlerin, lebt und arbeitet seit 1986 in Göteborg. Studierte Film, Photographie und Malerei an den Kunstakademien in Teheran und Göteborg. Beschäftigt sich in ihren
satirischen Werken mit der Unterdrückung der Frauen im Iran und ihrem Befreiungskampf von religiöser Macht und Tradition.

Alex Feuerherdt:
Freier Autor und Publizist zu den Themen Fußball und Politik, v.a. in Jungle World, konkret und in der Jüdischen Allgemeinen. Veröffentlichte Beiträge zum Islam und dessen Kritik.

Klaus Blees:
Mitarbeiter im “Kompetenzzentrum Islamismus” der “Aktion 3.Welt Saar”. Vorträge und Artikel in konkret, MIZ-Materialien und Informationen zur Zeit, CCP-Charlie Churchills Papagei, sowie Hintergrund, u.a. zu den Vorwürfen der “Islamophobie” und des “antimuslimischen Rassismus”, denen sich IslamkritikerInnen ausgesetzt sehen. Mitinitiator der „Kritischen Islamkonferenz“ (Anfang Juni in Köln).
Veranstaltungsreihe Iran - Islam - Europa


Anfahrt:

Anfahrtsübersicht.pdf (Karte von Mainz und Umgebung)

Campuslageplan (mit Übersicht der Hörsäle)