Vortragsreihe des AStA, des Historischen Seminars und des Musikwissenschaftlichen Institutes an der Uni Mainz
14. / 21. / 28. Januar
Die rechtsextreme Szene ist in Bewegung. So genannte „autonome Nationalisten“ übernehmen linke Symbole und Verhaltensweisen und entsprechen auf den ersten Blick so gar nicht mehr dem lange dominierenden Bild des kahlköpfigen und dumpfen Nazi-Skinheads. Zugleich steigt die Gewaltbereitschaft. Menschen, die sich Neonazis in den Weg stellen, werden offen bedroht und körperlich angegriffen. Auch an der Universität Mainz hat es in letzter Zeit mehrere massive Vorfälle mit rechtsextremem Hintergrund gegeben.
Angesichts dieser Entwicklung ist es von zentraler Bedeutung, im Kontext des universitären Miteinanders die Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsextremismus aufzugreifen und fortzuführen. Im Historischen Seminar sowie im Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Mainz geschieht dies bereits in Gestalt von diesbezüglichen Lehrveranstaltungen, die seit mehreren Semestern angeboten werden. Zugleich haben die beiden Einrichtungen sowie der AStA der Universität Mainz eine Vortragsreihe organisiert, die sich mit den Erscheinungsformen des modernen Rechtsextremismus beschäftigen wird. Es soll diskutiert werden, inwieweit das neue Erscheinungsbild der Neonazis mehr ist als nur Maskerade, und welche Möglichkeiten eines adäquaten Umgangs mit rechtsextremen Aktivitäten es gibt. Mit den Veranstaltungen soll der Anspruch deutlich gemacht werden, dass die Vermittlung universitärer Bildung immer auch die Befähigung zu einem verantwortlichen Handeln in der Gegenwart zum Ziel hat.
„Die vergangenen Monate haben erneut gezeigt, dass auch die Universität nicht davor gefeit ist, zum Ort rechtsextremer Übergriffe zu werden. Mit der Vortragsreihe wollen wir einen Raum schaffen, diese Entwicklung in einem breiteren Kontext zu diskutieren und zugleich ein öffentliches Zeichen gegen jegliche Form rechtsextremer Aktivitäten setzen. Wir werden es nicht zulassen, dass auf dem Campus ein Klima der Einschüchterung erzeugt wird“, begründet Hans-Christian Petersen, Mitarbeiter am Historischen Seminar, die Motivation für die Veranstaltungsreihe.
Folgende Vorträge werden jeweils im Hörsaal P 2 des Philosophicums, Jakob-Welder-Weg 18, 55128 Mainz, von 20-22 Uhr stattfinden:
14.01.2010
Klaus Farin (Archiv der Jugendkulturen, Berlin)
Reaktionäre Rebellen. Rechtsrock, Skinheads, Böhse Onkelz
21.01.2010
Jürgen Peters und Christoph Schulze (Antirassistisches Bildungsforum Rheinland e.V., Bonn)
„Autonome Nationalisten“. Die Modernisierung neofaschistischer Jugendkultur
28.01.2010
Dr. Stefan Meier (Professur Medienkommunikation, TU Chemnitz)
‚Zeichen des Hasses’. Semiotische Anmerkungen zur visuellen Kommunikation im Rechtsextremismus
Die Veranstalter behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. |