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Freitag, 10 September 2010
 
 
AStA der Universität Mainz präsentiert Studie | Drucken |

Schwerpunkte studentisches Wohnen und neue Studiengänge

Der AStA (Allgemeiner Studierenden-Ausschuss) der Universität Mainz präsentierte heute in einer Pressekonferenz die Ergebnisse einer eigens angelegten Studie zu studentischem Leben. In der Befragung, die zu Beginn des Sommersemesters 2009 durchgeführt wurde, ging es hauptsächlich um die Bereiche studentisches Wohnen, Zufriedenheit mit den neuen Studiengängen, Mensa und Bekanntheit studentischer Gremien. Etwa 12% der gesamten Studierendenschaft nahmen teil, auch sonst waren Studierende aller Fachbereiche, Semesteranzahlen und jeden Geschlechts gleichmäßig vertreten.

Die Ergebnisse zum Thema Wohnsituation machten eine Dringlichkeit deutlich, die sich aufgrund des knappen Wohnraums und des massiven Zulaufs an Studierenden in Mainz schon auf längerem Wege angekündigt hatte: Die Problematik des Wohnraums und der Mieten. In jüngster Vergangenheit hat diese ebenso durch die Wohnbau-Mieterinitiative an Relevanz gewonnen. Die durchschnittliche Kaltmiete pro Wohneiheit beträgt derzeit etwa 250 Euro, Nebenkosten noch nicht eingerechnet. Die Zufriedenheit mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis ist in der Studierendenschaft in dieser Hinsicht realtiv gespalten - einerseits herrscht eine recht hohe Zufriedenheit in Wohnheimen (dies gaben 46% der Befragten an) und in sonstigen Wohnformen (50%), andererseits liegt die Unzufriedenheit in Wohnheimen bei 36%, in sonstigen Wohnformen sogar bei 36,5% - und das bereits vor der Mieterhöhung der Wohnbau. Ebenfalls ist auffällig, dass der Wohnkomfort insgesamt in Wohnheimen deutlich niedriger ausfällt als in sonstigen Wohnformen – 64% geben eine relativ hohe Zufriedenheit in sonstigen Wohnformen an, im Wohnheim sind es nur knapp über die Hälfte. Besonders auffällig die Zahl derer, die in Wohnheimen unzufrieden bis sehr unzufrieden sind: insgesamt etwa 17,5%. Sehr zufrieden mit dem Wohnkomfort und dem Wohnumfeld sind Studierende, die auf dem Campus wohnen, am unzufriedensten zeigen sich allerdings die BewohnerInnen der Wohnheime in Hechtsheim. „Wohnraum auf dem Campus erfreut sich hoher Beliebtheit, sollte also auch zukünftig erhalten und ausgebaut werden. Wie wir sehen, hängt die Zufriedenheit mit Wohnheimen stark vom Standort ab, allgemein muss der Wohnkomfort in Wohnheimen im Vergleich zum „freien Markt" also noch verbessert werden" findet Marcel Hüttel, Referent für Struktur im AStA.

Auch im Bereich Studiengänge zeigten sich interessante Ergebnisse im Vergleich zwischen alten (Diplom, Magister, Staatsexamen & Promotion) und neuen (Bachelor & Master) Studiengängen: 23,6% der Studierenden in alten Studiengängen ist die Arbeitsbelastung hier hoch bis viel zu hoch - in den neuen Studiengängen sind es bereits 41,5%. In den alten Studiengängen fühlen sich ebenso rund ein Drittel der Studierenden durch das Studium regelmäßig bis oft überfordert - bei den neuen Studiengängen sind dies schon die Hälfte. Zusätzlich leidet das Privatleben der Befragten unter dem Studium in den alten Studiengängen schon bei 48%, in den neuen Studiengängen sind es über 57% - ein signifikanter Unterschied. Der Arbeitsaufwand fällt außerdem bei den neuen Studiengängen höher aus - auf durchschnittlich 18,5 Semesterwochenstunden und 14,6 Stunden Vorbereitungszeit kommen bei den neuen Studiengängen 20 Semesterwochenstunden und eine Vorbereitungszeit von 16 Stunden. Dies betrifft auch vor allem die Finanzierung des Studiums, betrachtet man die Angaben zu Jobs: Demnach wenden Studierende in den alten Studiengängen durchschnittlich 15 Stunden für einen oder mehrere Nebenjobs auf, während es in den neuen Studiengängen nur noch gut 11 Stunden sind. Auch haben Studierende der neuen Studiengänge öfter keinen Job (und beziehen kein Bafög), als dies Studierende der alten Studiengänge tun. Zur Frage, ob den Studierenden noch genug Möglichkeiten bereit stehen, ihr Studium zu finanzieren, erklärt Sebastian Arnoldi, Referent für Hochschulpolitik: „Schon jetzt deutet sich an, dass dies so in den neuen Studiengängen aufgrund von Unterrichtsbelastungen nicht mehr möglich sein wird. Wenn Studierende einen höheren Zeitaufwand, gleichzeitig aber noch weniger Zeit für einen Job haben, um ihr Studium mit zu finanzieren, wird es eng."

Beim Thema Mensa spaltet sich allerdings die Studierendenschaft. 39% findet das Essen schmackhaft - 39% hingegen jedoch auch nicht. 42% findet das Essen zu ungesund, ebenso würde sich gut knapp die Hälfte der Befragten mehr biologische Produkte als Zutaten wünschen, und 41% wären dafür sogar bereit mehr zu zahlen. Insgesamt ist man aber mit dem Preis zufrieden - etwa zwei Drittel finden diesen angemessen.

Bei dem Thema Bekanntheit studentischer Gremien bei den Studierenden und deren Zufriedenheit mit selbigen zeigt sich, dass die Fachschaften bei allen Studierenden bekannt sind und es eine hohe Zufriedenheit mit deren Arbeit gibt. Auch der AStA erfreut sich mit 85% einer hohen Bekanntheit in der Studierendenschaft und auch hier ist die überwiegende Mehrheit (etwa 2/3) mit der Arbeit des Gremiums zufrieden. Weniger bekannt sind das Studierendenparlament (StuPa) oder die studentischen VertreterInnen im Senat, von deren Existenz nur noch knapp über 50% wissen.

Hier zeigt sich, dass die studentische Exekutive weit bekannter ist, als von Universität und Politik bislang angenommen. Die Bekanntheit der Legislative hingegen lässt eher zu wünschen übrig und muss seitens der studentischen VertreterInnen gesteigert werden.

 
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