| Deaf Professor Now: Uni Hamburg beruft bundesweit ersten gehörlosen Professor | | Drucken | |
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Seit dem 1. April 2008 hat Christian Rathmann die Professur am Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser an der Universität Hamburg inne. Rathmann ist von Geburt an gehörlos. Auch wenn es an philologischen Instituten üblich ist, MuttersprachlerInnen auf Professuren anzutreffen, schien es in Hamburg nicht problematisch zu sein, Leute mit geringen oder mangelhaften Gebärdensprachkenntnissen zum Bewerbungsverfahren zuzulassen.
Frischer Wind am Institut Christian Rathmann tritt die Nachfolge von Prof. Prillwitz an, dem Gründer des Instituts und als Muttersprachler wird er ganz neue Akzente setzen können. Zudem wird die Universität von seinen internationalen Kontakten profitieren können. Seine Schwerpunkte sind die linguistischen Strukturen und Funktionen, der Spracherwerb und Sprachverwendung sowie Deaf Studies. Dieser Kandidat ist nicht nur Muttersprachler der Deutschen Gebärdensprache (DGS), sondern beherrscht aufgrund seiner Forschungs- und Lehrtätigkeiten in den USA auch die Amerikanische Gebärdensprache (ASL) sowie die Deutsche und die Englische Schriftsprache. Der hörende Vorgänger hatte schon in den 70er Jahren angefangen, die deutsche Gebärdensprache als eigenständige Sprache zu erforschen und schließlich das Institut gegründet, das er seit 1993 leitete. Als er 2005 in den Ruhestand ging, sahen viele Gehörlose die Chance zur Selbstbestimmung. Hörende haben den Weg frei gemacht, aber weitergehen soll es mit MuttersprachlerInnen.
Erfolg für Gehörlosenbewegung
Die Deaf Professor Now-Bewegung entwickelte sich nach dem Modell der „Deaf President Now“-Bewegung an der Gallaudet University im Jahr 1988. Es ist das bisher wichtigste Jahr in der Geschichte der amerikanischen Gehörlosenbewegung. Damals protestierten Studierende der Gallaudet University eine Woche lang unter dem Slogan „Deaf President Now“. Die Gallaudet University wurde 1857 gegründet und trägt den Namen des Begründers der Schulbildung für Gehörlose in den Vereinigten Staaten. Nach langen Jahren als College wurde sie 1986 vom US-Kongress zur Universität erklärt. Es ist die erste Hochschule für Gehörlose und Schwerhörige. Ihr gesamtes Programm und alle Leistungen werden angepasst und ein Studium an der Gallaudet ist zwar für Hörende auch möglich, ohne solide Kenntnisse in Amerikanischer Gebärdensprache aber nicht denkbar. Als 1988 der damalige Präsident in Rente ging und ein gehörloser Kandidat nicht angemessen berücksichtigt werden sollte, wurde der Protest intensiviert. Die Studierenden und die komplette Gehörlosengemein schaft wollten ein Zeichen setzen, dass sie nicht von Hörenden bevormundet werden wollen. Sie wollten ihren eigenen gehörlosen Präsidenten haben.
Wachsendes Selbstbewusstsein In Deutschland wird die Gehörlosengemeinschaft ebenfalls immer selbstbewusster
Adeline Duvivier ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Gebärdensprache Die Gebärdensprache ist eine eigenständige Sprache, mittels derer alles ausgedrückt werden kann. Die Gebärdensprache ist die Muttersprache vieler Gehörloser und die Verständigungssprache von ca. 80 000 Menschen alleine in Deutschland. Gehörlose Kinder haben die Möglichkeit, bilingual aufzuwachsen und sowohl die Gebärdensprache als auch die deutsche Schriftsprache zu erlernen.
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